- Unsere Entwickler haben Agenten ausprobiert, und die Codequalität ist eingebrochen. Warum sollte es diesmal anders sein?
- Weil in aller Regel nicht das Modell das Problem war, sondern eine Codebasis ohne durchsetzbare Grenzen. Ein Agent tut dasselbe wie ein sehr schneller neuer Kollege, dem der gesunde Menschenverstand fehlt: Er nimmt jede Abkürzung, die niemand versperrt hat. In einer Architektur, in der die teuren Fehler den Build rot machen statt nur einen Reviewer zu ärgern, verhält er sich anders. Der Aufbau dieser Grenzen ist die eigentliche Arbeit, nicht die Auswahl des Werkzeugs.
- Wem gehört der Code, und wird damit trainiert?
- Der Code entsteht in Ihrem Repository und unterliegt Ihrem Vertrag. Die Werkzeuge werden vor dem ersten Einsatz so konfiguriert, dass Ihre Inhalte nicht zu Trainingszwecken verwendet werden — das ist bei den Geschäftskunden-Tarifen der üblichen Anbieter eine Einstellung und eine Vertragsklausel, keine Vertrauensfrage. Welche Einstellung bei welchem Werkzeug gilt, wird schriftlich festgehalten, statt mündlich zugesichert.
- Was passiert mit unseren Daten und dem Quellcode?
- Werkzeuge werden danach ausgewählt, wie sie Daten verarbeiten, nicht danach, wie sie in Benchmarks abschneiden: Auftragsverarbeitung geregelt, Verarbeitung in der EU wo möglich, keine Kunden- oder Personendaten im Kontext eines Assistenten. Produktionsdaten gehören ohnehin nicht in eine Entwicklungsumgebung — mit Agenten wird aus dieser guten Gewohnheit eine harte Regel.
- Ersetzt das Entwickler?
- Nein, und wer das verspricht, verkauft Ihnen etwas. Was sich verschiebt, ist die Verteilung der Arbeit: weniger Tippen, mehr Entwerfen, Prüfen und Entscheiden. Der Engpass wandert von der Schreib- zur Reviewkapazität, und genau dort muss ein Team dann stärker werden. Ein Team, das vorher Mühe hatte, seinen eigenen Code zu prüfen, wird durch Agenten zunächst langsamer, nicht schneller.
- Woher weiß ich, dass das nicht nur eine Präsentation ist?
- Weil das Ergebnis öffentlich ist. Reynt ist eine mandantenfähige Buchungsplattform im Produktivbetrieb, die auf diese Weise entstanden ist; Teile davon sind als npm-Pakete unter MIT veröffentlicht und lesbar. Die Muster, auf denen das beruht, sind einzeln aufgeschrieben, jeweils mit dem ausgelieferten Code, der sie belegt, und mit einer Anmerkung dazu, was sie kosten.
- Wir bauen KI in unser eigenes Produkt ein. Ist das dasselbe?
- Nein — das sind zwei verschiedene Themen, und sie werden regelmäßig verwechselt. Agenten im Entwicklungsprozess betreffen Ihre interne Arbeitsweise. KI-Funktionen im Produkt betreffen Ihre Nutzer, Ihre Haftung und Ihre regulatorische Lage. Beides habe ich gebaut — in Reynt läuft ein werkzeugnutzender Agent hinter einem Freigabeschritt, dazu ein MCP-Server und eine RAG-gestützte Hilfe —, aber es sind getrennte Aufträge mit getrennten Fragen. Zur regulatorischen Seite gehört eine juristische Einschätzung, die ich nicht liefere.